Unser Leitbild

 

NETZWERK INTEGRATION SÜDWEST (NIS) – LEITBILD

(Beschluss des NIS-Plenums am 10.03.2011)

 

Zuwanderung und Abwanderung gab und gibt es in der Geschichte der Menschheit immer und das weltweit. Aufgrund der Globalisierung wird dieser Prozess verstärkt und für alle erfahrbar gemacht. Dadurch bestimmt auch in Deutschland die kulturelle Vielfalt der Menschen zunehmend das Bild der Gesellschaft und führt zu grundlegenden Veränderungen der Lebensverhältnisse.

So leben allein im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf Menschen aus 168 Nationen und mehr als jeder fünfte Einwohner hat einen sogenannten Migrationshintergrund. Sie alle sind Teil des politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens und sollen umfassende Möglichkeiten haben, sich im Sinne unserer Verfassung zu verwirklichen und gleichberechtigt an der Gestaltung unseres Gemeinwesens mitzuwirken.

Vor diesem Hintergrund hat sich im Jahre 2009 das Netzwerk Integration Südwest (NIS) gegründet. Das Netzwerk ist ein offener Zusammenschluss von mehr als 40 Organisationen, Einrichtungen und Vereinen sowie weiteren Einzelpersonen, die sich in vielfältiger Weise in Steglitz-Zehlendorf und darüber hinaus beruflich und ehrenamtlich mit dem Thema Migration und Integration engagieren.

Auf der Grundlage der Allgemeinen und universell gültigen Menschenrechte und vor dem Hintergrund unseres humanistischen Weltbildes misst sich unser Handeln an den Werten Solidarität, Toleranz, Freiheit, soziale Gleichheit und Gerechtigkeit. Wir wenden uns gegen Diskriminierung, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Das Netzwerk ist demokratisch, überparteilich und nicht konfessionell gebunden.

Ziel des Netzwerks ist es, kulturelle und soziale Vielfalt auch im Berliner Südwesten sichtbar zu machen und gegenseitigen Respekt und Toleranz im öffentlichen und privaten Handeln zu verankern.

Aufgaben des Netzwerkes sind u.a. die gegenseitige Unterstützung, die Koordinierung gemeinsamer Aktivitäten, Initiierung eigener Projekte, die fachliche Fortbildung, die Zusammenarbeit mit Politik und Verbänden sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Das Netzwerk beteiligt sich an der Entwicklung von Integrationsprogrammen und setzt sich ein für die Institutionalisierung der Integrationsarbeit durch Beauftragte und Beiräte.

Bei der interkulturellen Arbeit legt das Netzwerk Wert auf die Auseinandersetzung mit den eigenen soziokulturellen Prägungen und Identitäten. Interkulturelle Deutungen müssen sich erst in einem dialogischen Kommunikationsprozess (in Sprache, Ausdruck und Kunst) bewähren. Dabei sind u.a. folgende Themen zu beachten und zu bearbeiten:

- Gründe für Migration und Flucht,
- Lebensbedingungen der Zuwanderinnen und Zuwanderer im Aufnahmeland wie rechtliche und soziale Aspekte, Situation am Arbeitsmarkt und im Bildungs- und Ausbildungsbereich, Umgang mit gesellschaftlichen Institutionen, Aufnahmebereitschaft bzw. Ablehnung der einheimischen Bevölkerung, gelungene und misslungene Integrationsbemühungen,
- Veränderungen aufgrund von Migration wie Veränderung der Familien- und Geschlechterstrukturen, Konflikte zwischen den eingewanderten und den nachfolgenden Generationen, Kenntnisse über Prozesse der Zuwanderung,
- Kultureller Hintergrund der Zuwanderinnen und Zuwanderer wie Lebensbedingungen und Geschlechterverhältnisse in den Herkunftsländern, politische und ökonomische Situation, Religion, Selbstverständnis, kulturspezifische Normen und Rollenerwartungen,
- Reflexion des eigenen Handelns wie die Auseinandersetzung mit eigenen Vorurteilen, Verunsicherung, Stereotypen, Idealisierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung sowie Möglichkeiten der Selbstwirksamkeit durch Erweiterung der eigenen Handlungsmöglichkeiten. 

 

 

Leitbild als Pdf
Hier können Sie unser Leitbild als Pdf herunterladen
Netzwerk-Integration-Südwest_(NIS)_Leitb[...]
PDF-Dokument [36.2 KB]
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Netzwerk Integration Südwest Berlin e.V.